Entstehend aus der
Kooperation der Ehe-, Familien- und Lebensberatung
Göttingen mit anderen pastoralen Diensten, insbesondere mit
der gemeindenahen
Seelsorge
an Psychiatrieerfahrenen und Menschen in Lebenskrisen.
Die Idee eines
neuen „Pastoralen
Zentrums für Ehe und
Familie und Menschen in Lebenskrisen“ (vorläufiger Arbeitstitel)
im
Michaelsviertel in Göttingen führt drei, bisher voneinander
unabhängig
verlaufende Entwicklungen zusammen:
·
Entstehung des
Michaelsviertels
·
Inhaltliche Entwicklung
der Ehe-, Familien- und
Lebensberatung (EFL)
·
Konzeption der Arbeit
mit Psychiatrieerfahrenen
und Menschen in Lebenskrisen im Sinne einer gemeindenahen Seelsorge
I
Michaelsviertel
In den Planungen über die
zukünftigen pastoralen Strukturen
kommt der Pfarrgemeinde St. Michael als zukünftig einziger
Innenstadtgemeinde
eine zentrale Bedeutung zu. In der Nachbarschaft sind seit langem
weitere
Institutionen beheimatet, die das kirchliche Leben in der
Stadt und im Dekanat Göttingen prägen:
Michaelshaus (Jesuitenkommunität), Citypastoral, Kath.
Hochschulzentrum, Beratungsstelle
„Mensch und Arbeit“, Mittagstisch, das Kath. Jugendbüro, Ehe-,
Familien- und
Lebensberatung.
In den letzten Jahren haben sich die
genannten Institutionen
- ergänzt um die Buchhandlung Hertel – unter dem Namen
„Michaelsviertel“ zu
einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Notwendige bauliche
Maßnahmen
wurden in Absprachen mit allen Beteiligten so gestaltet, dass sie einer
inhaltlichen pastoralen Gesamtkonzeption des Michaelsviertels
entsprechen. (Die
feierliche Einweihung des neu gestalteten Innenhofs fand am 29.
September 2005
statt.)
Da schon seit Jahren bekannt ist,
dass
die bisherigen Räume
der EFL im obersten Stock des Gelben Hauses im Innenhof von St. Michael
für das
Angebot der EFL nicht ausreichen, entstand schon früh die Idee,
der EFL Räume
in der Turmstraße 5 zur Verfügung zu stellen.
Mit der Umgestaltung des Eingangs im
Rahmen der bisherigen
baulichen Veränderungen wurde diese Idee wieder aufgegriffen.
Gleichzeitig wird
durch die bereits bestehende Zusammenarbeit der EFL mit andern
pastoralen
Diensten deutlich, dass vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und
kirchlichen Veränderungen eine neue Form der Zusammenarbeit den
heute schon
erkennbaren und in Zukunft zu erwartenden seelsorgerischen Bedarf
besser
beantwortet. So hat die in „Eckpunkte 2020“ formulierte Option für
die Stärkung
der kategorialen Seelsorge gerade im Göttinger Michaelsviertel
optimale
Rahmenbedingungen.
II
Die EFL und ihre
Perspektiven
Inhaltliche
Entwicklungen
Schwerpunkt
der Arbeit der EFL ist
bisher die Einzel- und
Paarberatung. Vor dem Hintergrund des steigenden Beratungsbedarfs, der
nicht
steigenden finanziellen Ressourcen und der sich verändernden
Nachfrage ist für
die Zukunft ein verändertes Angebot notwendig.
1.
Um
dem steigenden Bedarf an „klassischer“ Beratung bei gleich bleibenden
finanziellen Möglichkeiten, gerecht zu werden, müssen mehr
Gruppenberatungen
konzipiert und angeboten werden.
2.
In
Göttingen ist eine große Nachfrage vor allem auch aus den
Pfarrgemeinden nach
präventiven Angeboten für junge Familien „vor der Krise“ zu
verzeichnen. Diese
sinnvolle Nachfrage (für die die EFL seit Jahren wirbt) wird
ebenfalls am
besten mit Gruppenangeboten beantwortet.
3.
Seit
einigen Jahren besteht eine Zusammenarbeit der EFL mit dem
Gefängnisseelsorger
der Justizvollzugsanstalt (JVA) Göttingen, Pastoralreferent Werner Hohmann. Realisiert werden konnten
bisher
Einzel- und Paarberatungen in der JVA oder die Beratung entlassener
ehemaliger
Gefangener in der Beratungsstelle. Nicht realisiert werden konnte
mangels geeigneter
Räumlichkeiten die nachgefragte und sinnvolle Begleitung der
Angehörigen.
Zurzeit entsteht in Rosdorf (nahe Göttingen) eine neue Haftanstalt
mit ca. 320
Haftplätzen, die im 1. Quartal 2007 bezugfertig sein wird.
Gefangene werden
hier (anders als bisher) heimatnah untergebracht sein. Gegenüber
dem
derzeitigen Stand verfünffacht sich damit die Zahl der
Häftlinge, was die Erstellung eines
gemeinsamen Konzepts für
die Angehörigenbetreuung und die stützenden Begleitung der
Strafgefangenen in
ihren Paar- und Eltern-Kind-Beziehungen notwendig macht.
4.
In
der EFL steigt die Anfrage nach Lebensberatung. In der Krise stellen
Ratsuchende ihre bisherigen Werte in Frage und suchen nach
tragfähigen
Orientierungen für die Bewältigung der Zukunft. Oft brechen
existentielle
Fragen auf, die sich in ihrer Tiefe dem beraterischen „Zugriff“
entziehen und
bei aller Professionalität der Beratung nicht einfach handlungs-
oder
lösungsorientiert bearbeitet werden können. Grenzerfahrungen,
die in der
Beratung zur Sprache kommen, legen den Blick auf die spirituellen
Fundamente
des Lebens frei. Darüber hinaus fragen Einzelne, aber auch Paare und junge Familien, die im
geschützten
Raum der Beratung Hilfen zur Weitergabe des Glaubens suchen, wie eine
im Alltag
geerdete familiäre und partnerschaftliche Spiritualität
gelebt werden kann.
Diese Nachfragen im Rahmen der Beratung führten zu Anfragen der
EFL an
Pastoralreferent Werner Hohmann
(Referat für spirituelle Bildung in der Arbeitsstelle für
pastorale Fortbildung
und Beratung) und an Diakon Rupert Butterbrodt (Fachbereich
Erwachsenenpastoral, HA Pastoral) nach der Entwicklung eines
gemeinsamen
Konzepts für Veranstaltungen, die Ratsuchenden einen Übungs-
und Erfahrungsraum
für eine Spiritualität zur Verfügung stellen, die auch
in der Lebenskrise
greift und die Dimension der Familie und Partnerschaft einbezieht. Eine
Kooperation könnte Ratsuchenden Wege öffnen für eine
Lebensraumbezogene und
Krisenerfahrungen nicht ausklammernde Spiritualität und damit
einen Beitrag zur
Prävention wie auch zur Nachhaltigkeit des Beratungsangebots der
EFL leisten.
Pastorale Angebote in diesen Sinn sind in den bisher vorhandenen
Räumlichkeiten
der EFL nicht möglich.
5.
Lebensberatung
suchen auch zunehmend Menschen, die sich überfordert fühlen
von den allgemeinen
Anforderungen an den Einzelnen in unserer modernen Gesellschaft.
Diese
Nachfrage führte zur
Zusammenarbeit mit Pastoralreferent Wolfgang Friedl, Seelsorger am LKH
Niedersachsen. (vgl. die Aufführungen von Wolfgang Friedl S. 7)
In diesem Bereich gibt es bereits heute eine Form der Kooperation, die
zu
punktuellen gemeinsam verantworteten Veranstaltungen führt. Sie
finden zurzeit
in Zusammenarbeit mit der Citypastoral von St. Michael statt.
Die Erfahrungen zeigen, dass mit diesen Veranstaltungen eine neue
Qualität des
seelsorgerischen Beratungsangebots entwickelt wurde, die den
Bedürfnissen der
suchenden Menschen besser entspricht als die „klassischen“ Angebote.
Angebote dieser „neuen“ Art werden in der Innenstadt nachgefragt, das
zeigt die
Erfahrung und die Zusammenarbeit mit der Citypastoral St. Michael.
6.
Kooperationen
im Michaelsviertel
Ein
Ausbau der Zusammenarbeit mit
der Citypastoral ist in Vorbereitung (z. B. gemeinsamen Veranstaltungen
in der
„Woche für das Leben“).
Weitere
Kooperationen mit der
Gemeinde St. Michael, der Jesuitenkommunität, der khg, der
Beratungsstelle
„Mensch und Arbeit“, und der Jugendpastoral werden im 4. Quartal 2005
in der
Steuerungsgruppe „Michaelsviertel“ verbindlich vereinbart.
7.
Kooperation
der EFL mit den Katholischen Schulen
In den letzten Jahren hat sich eine enge Kooperation der EFL mit den
Katholischen Schulen entwickelt. Diese Zusammenarbeit kann sinnvoll
weiterentwickelt werden. Planungen mit dem neuen Bildungsreferenten an
der
Bonifatiusschule II und den dortigen Beratungslehrern
bestehen bereits. Voraussetzung für die Umsetzung einiger dieser
Planungen, z.
B. Konfliktmoderation mit ganzen Klassen, sind schnell erreichbare,
ausreichend
große und entsprechend ausgestattete Räume außerhalb
der Schulen.
8.
Neue Aufgaben der
EFL im Dekanat Göttingen
Familienentlastender
Dienst
Auf
Bitten des Dechanten Norbert
Hübner
hat die EFL im Jahr 2005 die Aufgabe übernommen, das Dekanat
Göttingen im
Lokalen Bündnis für Familien in Göttingen zu vertreten.
Als
Beitrag der Katholischen Kirche zum Lokalen Bündnis für
Familien in
Göttingen wird im Dekanat Göttingen ein Familienentlastender
Dienst aufgebaut.
Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde St. Paulus, dem
Bonus-Freiwilligen-Zentrum und der EFL.
Dieser
Familienentlastende Dienst wird konzipiert als Dienst von
Freiwilligen,
die Familien in Alltagssituationen entlasten(z.B. während eines
Arzttermins der
Mutter).
Die
EFL beteiligt sich bei der Schulung und Begleitung der
Ehrenamtlichen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bei der Begleitung
der Familien. Hier liegt eine sehr
große pastorale Chance, Familien schon früh, bevor es zur
Krise kommt, in ihrem
Alltagsleben zu unterstützen und vertrauensvolle Beziehungen
aufzubauen –
innerhalb der Familie, aber auch zu den freiwilligen Helfern, zu
helfenden
Institutionen wie der EFL . So ließen sich aus dem
natürlichen Alltagsumfeld
der Menschen heraus Brücken zur Katholischen Kirche aufbauen.
Bisher
konnten für diese Arbeit die Räume von Bonus in der
Innenstadt genutzt
werden. Wegen des Umzugs von Bonus in das Caritaszentrum
Godehardstraße, fehlen
in Zukunft zentrale, geeignete Räume.
Räumliche
Situation der EFL
Die
bisherigen Räumen der EFL,
Kurze Straße 13a, bestehend
aus einem Beratungsraum, einem kombinierten Büro- und
Beratungsraum, einem sehr
kleinen Wartezimmer, einer kleinen Küche und einem Bad sind sehr
beengt. In diesen Räumen ist nur die
klassische Einzel- oder
Paarberatung möglich.
Mehr als zwei Beratungen können
nicht gleichzeitig
durchgeführt werden. Wenn Verwaltungstätigkeiten anfallen
kann immer nur eine Beratung
angeboten werden. Die Möglichkeit der EFL Beratungen anzubieten,
ist in den
bisherigen Räumen sehr eingeschränkt.
Für die Arbeit mit Familien oder
Gruppen oder auch für die
Supervision der Beratungsarbeit muss die EFL auf andere
Räumlichkeiten
ausweichen. Dies geschieht bisher immer wieder
punktuell und ist
aufgrund der Auslastung geeigneter Räume nur begrenzt
möglich. Bisher wurden
für die Nutzung von Gemeinderäumen keine Mieten bezahlt,
Anfragen nach
Heizkostenzuschüssen liegen vereinzelt vor. Sollten diesen
Anfragen zunehmen,
stellt sich für die EFL ein Problem, da keine Haushaltsmittel
für Mieten
vorgesehen sind.
Für
die
zukunftsweisenden neuen Angebote fehlen bisher geeignete
Räumlichkeiten.
Für die Umsetzung der oben
genannten Perspektiven benötigt
die EF
·
zwei Beratungsräume
für Einzel- und
Paargespräche,
·
einen Gruppenraum
für Familien, Gruppen und
Supervision,
·
einen
größeren Raum für Gruppen mit
Entspannungs- und/oder Bewegungselementen,
·
einen Büroraum mit
üblicher Büroausstattung
·
einen Warteraum
·
eine Teeküche
Die meisten der nachgefragten Angebote
sind
„Innenstadtangebote“. Sie sind am stimmigsten in der pastoralen
Gesamtkonzeption des Michaelsviertels angesiedelt. Die Kapazitäten
des stark
frequentierten Pfarrheims von St. Michael reichen dafür nicht aus.
III Entwicklung
der Arbeit der „Seelsorge an
Psychiatrieerfahrenen und Menschen in Lebenskrisen“
Vorbemerkung
von
Wolfgang Friedl
Die
psychiatrische Versorgung in
Deutschland hat seit der
Psychiatrie-Enquete (1975) grundlegende Reformen erfahren. Die
Hauptstoßrichtung dabei war der Aufbau einer gemeindenahen
Psychiatrie.
Langzeitpatienten wurden „enthospitalisiert“ und weitgehend in
nachgelagerte
kleinere Versorgungseinrichtungen integriert bzw. nach Hause oder in
Heime
entlassen. Das Grundprinzip „ambulante statt stationärer
Versorgung“ setzte
sich durch und wird stetig weiterentwickelt.
Landesweit entstanden
sozialpsychiatrische Verbünde, in
denen alle an der psychiatrischen Versorgung beteiligten Träger
und
Einrichtungen (einschließlich der Kirchen) eingebunden sind.
Aus der Sicht der betroffenen
Erkrankten und deren
Angehörigen hat diese Entwicklung zur Folge, dass die Patienten
nach einer
Krisenbehandlung wesentlich eher aus der Klinik entlassen werden und
dann –
wenn es gut geht – einen Platz innerhalb des sozialpsychiatrischen
Netzes
einnehmen, der ihrer künftigen Versorgungsbedürftigkeit
entspricht. Leider
gelingt dies nicht immer zureichend: Die chronisch psychisch Kranken
sind nach
der Therapie bzw. Entlassung aus dem Landeskrankenhaus zwar stabiler,
in der
Regel aber nicht gesund. Sie behalten ihre seelische Grundstruktur
(ihre hohe
Verletzbarkeit, ihr Wahnsystem, ihre Erfahrungen, ihr oftmals mit der
Erkrankung verbundener sozialer Abstieg) und kehren wieder in alte
Verhältnisse
zurück. Gerade dann suchen und brauchen sie:
-
Hilfen bei ihrer
Lebensbewältigung
-
Ansprechpartner
-
Raum für angstfreie
Begegnung und Gemeinschaft
-
Kontakte zu Gruppen und
Gemeinden
-
spirituelle Begleitung,
Gottesdienste,
Andachten, Gebete
Planung
eines Pastoralen
Zentrums für Psychiatrieerfahrene und Menschen in Lebenskrisen
Die
Kirchengemeinden und ihre Gruppen
sind oft nicht in der
Lage, psychisch Kranke, die einen hohen Bedarf an spiritueller
Orientierung und
Gemeinschaft haben, zu integrieren. Die Psychiatrieseelsorge im
Göttinger
Landeskrankenhaus (von kath. Seite seit 13 Jahren durch den
Pastoralreferenten
Herrn W. Friedl wahrgenommen) betreut die Patienten des LKH und deren
Angehörige überwiegend innerhalb der Klinik. Darüber
hinaus ist es jedoch
nötig, den Betroffenen auch nach deren Entlassung seelsorglich zur
Verfügung zu
stehen und mit den nachsorgenden Einrichtungen zusammenzuarbeiten.
Dabei sind
im Laufe der Zeit bereits zahlreiche wertvolle Kontakte der Seelsorge
mit
Einrichtungen des sozialpsychiatrischen Verbundes in Göttingen
gewachsen.
Gesprächsgruppen,
Vortragsabende,
Psychoseseminare,
Andachten, Trauerfeiern, Beratungen und Kriseninterventionen finden
häufig auch
außerhalb des Krankenhauses in Räumlichkeiten der
verschiedenen
Kirchengemeinden, vornehmlich in St. Michael statt und werden zunehmend
angefragt. Die vorhandenen räumlichen Möglichkeiten reichen
jedoch nicht aus.
Die laufenden Angebote durch Herrn Friedl und seiner
Kooperationspartner sollen
erhalten und künftig erweitert werden durch eine pastorale
Anlaufstelle mit
regelmäßigen Sprechzeiten für psychisch Kranke und
Menschen in besonderen
Lebenskrisen. Dort sollen stattfinden:
-
Einzelberatungen,
Gruppengespräche und telefonische
Beratung
-
Glaubensgespräche,
Andachten, Gedenkfeiern,
Trauerbegleitung
-
Exerzitiengruppen,
Kurse
zur geistlichen
Begleitung
-
Vorträge und
Seminare zum Umgang mit psychischen
Erkrankungen
-
Gruppen mit
kreativen
Angeboten wie Meditation,
Malen, Musizieren, Stille- und Körpererfahrung, liturgischer Tanz
u. ä.
Von
dort aus könnten auch die
verschiedenen Kooperationen
mit Kirchengemeinden und anderen Hilfsinitiativen gestaltet sowie
Ehrenamtliche
für diese Arbeit eingebunden und begleitet werden.
Für diese pastoralen
Aktivitäten würde der kath. Seelsorger
des Landeskrankenhauses (Herr Friedl) mit einem noch zu bestimmenden
Anteil
seiner hauptberuflichen Tätigkeit zur Verfügung stehen.
An Räumlichkeiten
wären dafür (möglichst im Bereich des citynahen
Michaelsviertels) nötig:
-
ein Gruppenraum für
ca. 8 – 15 Personen
-
ein größerer
Raum für Meditationsgruppen,
Körper- und Stilleerfahrungen, liturgischen Tanz u. ä.
-
ein kleinerer Raum mit
Schreibtisch und üblicher
Büroausstattung sowie Sitzgelegenheiten für Einzel- und
Paargespräche
-
Nutzung einer
Küchenzeile und Toilette
Weitere Angebote in ökumenischer
Zusammenarbeit oder in
Verbindung mit der kath. Ehe-, Familien- und Lebensberatung sind
anvisiert und
könnten dort realisiert werden, z.B.: eine Gruppe für
trauernde Angehörige, ein
Gesprächskreis für Angehörige von Suizidopfern oder eine
Anlaufstelle mit
Gesprächsangeboten für Menschen in besonderen Lebenskrisen.
IV
Ausblick
– Das Pastorale Zentrum für Ehe und Familie und Menschen in
Lebenskrisen im Michaelsviertel
Räumlichkeiten
Die der EFL von
der Kirchengemeinde
St. Michael angebotenen und
bisher vermieteten Räume über dem Mittagstisch in der
Turmstraße 5 sind in
ihren jetzigen Zuschnitt für eine „klassische“ Nutzung für
die EFL allein zu
groß. Gemeinsam mit den genannten pastoralen
Diensten,
insbesondere mit der gemeindenahen Seelsorge an Psychiatrieerfahrenen
und
Menschen in Lebenskrisen, können diese Räume optimal genutzt
und ausgelastet
werden. Die Planung der neuen Räume ist
so angelegt, dass ausreichend
Raum für klassische Beratungsgespräche vorhanden ist. Geplant
sind zwei „reine“
Beratungsräume und ein Beratungsraum mit abgetrenntem Schreibtisch
und üblicher
Büroausstattung.
Gruppenräume
in flexiblen
Größen stehen für die
verschiedensten Gruppenangebote zur Verfügung. Geplant ist ein
großer Saal (100
qm), der für Gruppen mit Entspannung- und Bewegungselementen
optimal geeignet
ist. Dieser Saal soll mit einer Trennwand
ausgestattet werden, so
dass zwei Gruppenräume (á 50 qm) parallel belegt werden
können und damit
ausreichend Möglichkeiten für Gruppenarbeiten gegeben sind.
Das
Foyer ist als gemeinsamer
Eingangsbereich und
Wartezimmer für alle vorgesehen.
Stauraum
für die notwendige
Ausstattung möglichst vielseitig
nutzbaren Räumlichkeiten ist ausreichend vorgesehen.
Konzeption
Mit der Zusammenführung der EFL
und der gemeindenahen
Seelsorge in den neuen Räumen im Michaelsviertel und der
Weiterentwicklung der
bereits bestehenden inhaltliche Kooperationen, ist die Konzeption eines
neuen
Pastoralen Zentrums gegeben, welches durch die Verbindung verschiedener
pastoraler Ansätze eine wirklich neue, zukunftsweisende
Perspektive bietet.
Das
Neue und Zukunftsweisende liegt
darin,
·
dass integrative
Ansätze wie zwischen
Spiritueller Begleitung und Eheberatung, die bisher nur vereinzelt
durchgeführt
werden konnten, nun einen Raum entfalten können und allen
Suchenden angeboten
werden können;
·
dass die Seelsorge und
Begleitung von
Angehörigen Straffälliger in Verbindung mit Ehe- und
Familienberatung einen
Raum erhalten kann;
·
dass ehebegleitende,
nicht an Krisen orientierte
Veranstaltungen in den Räumen der EFL stattfinden können, und
damit die nach
wie vor hohe Hemmschwelle zur Ehe- und Familienberatung verringert
werden kann;
·
dass psychisch Kranke
über gemeinsame Veranstaltungen
Kontakt zur EFL bekommen und Hilfe finden können und umgekehrt
Familien, in
denen ein Angehöriger psychische Probleme hat, Kontakt zu anderen
Betroffenen
finden kann;
·
dass die bisher
erfolgreiche Zusammenarbeit mit
den Katholischen Schulen, die aufgrund der Gegebenheiten „nur“ in der
Empfehlung an die Eltern, die EFL-Beratungsstelle aufzusuchen bestehen
konnte,
nun auch um die Bearbeitung von Konflikten in den Klassen erweitert
werden
kann;
·
dass mit der
Einführung des Familienentlastenden
Dienstes junge Familien früh erreicht werden können und
rechtzeitig
psychologische und seelsorgerliche Unterstützung angeboten werden
kann.
·
dass sich durch den
gemeinsamen Eingangs- und
Wartebereich Menschen aus den verschiedenen Bereichen begegnen und
Berührungsängste
abgebaut werden können.
Kooperationsform
Die
neuen Räume im
Michaelsviertel sollen von allen
beteiligten Kooperationspartnern im Sinne eines gemeinsamen pastoralen
Konzepts
und gemeinsamen Veranstaltungen genutzt werden ohne die
Eigenständigkeit der
Institutionen in Frage zu stellen.
Die Verwaltung der Räume wird bei
der EFL liegen, da sie die
Räume am meisten nutzen wird und mit einer Hauptamtlichen Kraft am
präsentesten
ist. Die Belegung der Räume wird
gemeinsam geplant und abgestimmt.
Neu ist die konsequent bis in die
Räumlichkeiten
durchkonzipierte Idee der Kooperation der verschiedenen pastoralen
Dienste zu
einem neuen integrativen pastoralen Angebot – nicht die Auflösung
einzelner
Dienste.